Rom: Bergwanderung um den Albaner See nach Castelgandolfo, Teil 1

Das Bergstädtchen Rocca di Papa nahe Rom. Auf der Piazza der schöne aber leider gerade trockener Brunnen

Rocca die Papa, einstige Bergfestung des Papstes, an steiler Flanke der Albaner Berge klebend. Nur eine halbe Stunde Busfahrt auf serpentinen- und panoramareicher Route von Rom aus. Auf der Piazza glänzen die Wasserschleier des großen Brunnens im Sonnenlicht, tausendfach funkeln die Reflexe. Auch andere Augenfreuden bieten sich dar: der stupende Blick auf die Campagna bis Rom, Meer und hinüber nach Castelgandolfo mit der mächtigen Sommerresidenz des Papstes, unterhalb der grünblau der Lago Albano glitzert.
Richtung Monte Cavo – Heiliger Berg der alten Latiner, das Ahnenvolk der Römer – führt der Weg durch den Ortsteil Campi d`Annibale, wo einst Hannibal mit seinem Heer beim Marsch auf Rom gelagert haben soll. Nun der ansteigende

Blick von Rocca di Papa auf Albaner See und Castelgandolfo mit der mächtigen Sommerresidenz des Papstes

Waldweg, gesäumt von taugglänzenden Riesenfarnen, Lorbeer, Edelkastanien, zartvioletten Büscheln wilder Alpenveilchen. Hier herauf pilgerten schon die Latiner zum Jupiter-Tempel, um ihre Bundesfeste zu begehen. Bis das erstarkende Rom dem Bund das Garaus mache und sich Territorium und Völkerschaft einverleibte.
Irgendwann das letzte Stück zum Gipfel. Das Schild „Zona Militare“ lässt nichts Gutes ahnen. In der Tat: Gitterzäune, Stacheldraht, Sendemasten. Vom alten Tempel nicht mal Trümmer. Schnell weiter, hinab auf einem Fahrweg – Gott sei Dank kaum Verkehr. Unten an der Landstraße dafür umso mehr. Sie zieht sich hin, eng und kurvig, öfter stoppe ich und drücke mich an den Fels, um von Formel-1-Fahrern in spe nicht weggeputzt zu werden. Irgendwie habe ich den Einstieg zum Uferweg am Albaner See verpasst: glatt, silbrig spiegel er unter mir, verlockend aber unerreichbar. Wie auch der nahe Nemi See füllt er einen Nebenkrater eines ungeheuren Vorzeitvulkans, dessen Eruptionskegel der Monte Cavo ist. An einem Stand werden frische Steinpilze und Pfifferlinge verkauft.
Mein Pawlowscher Reflex springt an. Aber die Straße will nicht enden; es ist Zwei durch, mein Magen knurrt über die schwindende Aussicht auf das vorfreudig imaginierte pranzo. Eine halbe Stunde später, vor Castegandolfo, sitze ich doch noch in einer Trattoria – vor gebratenen Steinpilzen und Rosso. Und Prachtblick auf Monte Cavo und See, dessen Silberspiegel mittlerweile dunkel durchschiert ist. Mühe und Widrigkeiten sind vergessen, nichts mehr spricht gegen Goethes Wort – auch er ein Albaner See-Wanderer -, dass man hier „auf einem der schönsten Plätze des Erdbodens“ ist.

Teil 2 Castelgandolfo folgt

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