Kinder – die Könige Italiens

Am Golf der Poeten an der Riviera

Riviera. Im Bus von La Spezia nach Lerici, wo am „Golfo dei Poeti“ die berühmten englischen Poeten Lord Byron und Shelley gelebt hatten.
Im voll besetzten Bus sitzen mir ein Mädchen und ein Junge in Badesachen gegenüber, vier, fünf Jahre alt. Der Fischkescher in der Hand des Jungen gerät immer wieder zwischen die Beine meiner ältlichen Sitznachbarin, die stumm und zunehmend verbittert dagegen ankämpft. Die noch jugendliche Oma der Kinder steht daneben im Gang, ein drittes Kind bei sich und vertieft in lebhaftes Geplauder. Eine alte Dame steigt zu, sieht sich vergeblich nach einem Sitzplatz um, beginnt mit Blick auf die Kinder zu bruddeln, woran sich nach und nach weitere Fahrgäste beteiligen. Jetzt erst merkt es die Oma und mischt sich ein, mit der Hand den Jungen zum Aufstehen bewegend – so sanft, dass er sitzen bleibt. Die Diskussion greift um sich, ein gestikulierender Alter taumelt in der Kurve und plumpst einer Frau rücklings auf den Schoß – „Mamma mia!“ schreit die und befingert erschrocken ihre Brille, ob sie noch heil ist. Dann steigt die alte Dame aus, die Diskussion verebbt, die Kinder sitzen. Beim nächsten Halt steigt meine Sitznachbarin aus, sogleich schiebt die Oma das dritte, bislang noch stehend Kind auf den Platz …

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