Tarantella – Musik die zubeißt

Neapel, Tarantella: Die Zuschauer lassen sich nicht lange bitten …

Neapel, die Altstadt. Gerüche aus Friggitorie – Ölbackstuben, Salumerie, Pizzerie, Trattorie, Pasticcerie und manchem mehr. Die engen Nebengassen meide ich eher: Gebröckel, Schmuddel, herabgelassene Rolltore, Leere. Aber in den Hauptgassen das pralle Leben. An einer Ecke eine Tarantella-Gruppe. Drei Jungs und ein Mädchen: Akkordeon, Gitarre, Tambourin, Kastagnetten und Gesang. Mitreißend. Nach langsam-melancholischem Beginn beißt die Tarantel zu, das Tambourin fällt ins Prestissimo und es wird wild. Mich ruckt`s, mich zuckt`s. Auch die Zuschauer: Einer, Künstlertyp mit Zöpfchen, reicht seiner schicken Begleiterin – blutrote Bluse, sonst von Haar bis Hose schwarz – die Hand. Gekonnt legen sie los, umeinander und um sich selbst wirbelnd, die Arme auf und ab mit graziösem Fingerspiel. Zwischendrin leiht sich der Tänzer das Tuch einer Zuschauerin, reicht es der Tänzerin, die es munter kreisen lässt, zum eigenen Kreisen und Drehen hinzu. Alles in furiosem Rhythmus und zum zweistimmigen Gesang der Musiker. Gern wäre ich noch geblieben, aber ich muss weiter, mein Schiff nach Sizilien wartet nicht.

Die Musik ging mir nicht aus dem Kopf. Wieder daheim wollte ich mir eine CD kaufen, suchte, verglich, wählte aus – nicht schlecht, aber kein Vergleich mit der Straßen-Tarantella in Neapel, dieser Geist und Glieder schüttelnden Musikexplosion.- Carpe diem, gelobt sei der Augenblick …

 

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